Pillars Of Eternity – Ein RPG der Extraklasse!

Ich spiele RPGs seit den 80ern und bin ein großer Fan des Genres. Als das Spiel vor 2 Jahren über Kickstarter finanziert wurde, hatte ich es zwar wahrgenommen, aber aus irgendeinem Grund (vermutlich abgelenkt durch andere Titel) hatte ich mir PoE nicht gekauft.

Das habe ich geändert vor zwei Wochen und mir das Spiel inklusive der beiden DLCs spontan gekauft. Das war ein wenig riskant, da ich ja noch nicht wusste ob mir der Titel gefällt. aber ich kann uneingeschränkt sagen „Es hat sich gelohnt!“.
Ich bin extrem „geflashed“ von Pillars Of Eternity. Hier stimmt einfach Alles.

Story:
Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen und das liegt vor Allem an der sehr gut geschriebenen Lore.
Ich lese zwar sehr gerne Bücher, paradoxerweise jedoch ungern viel Text in Spielen. Das macht PoE jedoch meiner Meinung nach genau richtig. Es gibt ein sehr gutes Gleichgewicht zwischen der Audio-Lokalisation, auch wenn diese nur in englisch ist, und dem rein zu lesenden Text. Aber, selbst wenn der Titel weniger oder gar nicht audio-lokalisiert wäre, sind die Texte so dermaßen gut geschrieben, dass es eine pure Freude ist das Geschriebene zu lesen. Wer auch immer für diese literarische Meisterleistung verantwortlich ist: Hut ab und Respekt!

Die Story ist jedoch nicht Alles. Die Dialoge sind mal witzig, ernster, immer authentisch und die Möglichkeiten auf Fragen zu reagieren umfangreich. Letzteres wiederrum wirkt sich auch darauf aus, wie die Geschichte weiter verläuft und ob ihr z.B. weitere Gefährten erhaltet.

Audio:
Die musikalische Untermalung trifft den Nagel auf das Trommelfell und trägt geschickt zur fantastischen Atmosphäre bei.
Mal subtil im Hintergrund plätschernd, mal fordernd und motivierend in Kämpfen, zu keinem Zeitpunkt wirkt die jeweilige Komposition unangebracht. Die Umgebungseffekte sind detailiert und lassen einen noch weiter in die Welt von PoE eintauchen.

Gameplay:
PoE bietet vielfältige Möglichkeiten, die alle auch genutzt werden wollen. Die Lernkurve ist jedoch so aufgebaut, dass jede Art von Spielertyp, sich nach kurzer Zeit mit diesen zu Recht findet. Löblich ist hier zu erwähnen, dass man jederzeit jede Art von Fragen zum Spiel in einer eigenen Enzyklopädie beantwortet findet. Man beginnt zu zweit, ist nach kurzer Zeit zu Dritt und spätestens, wenn der Trupp dann komplett ist kommt man steuerungstechnisch intuitiv voran.

Ich feiere die Möglichkeiten, analog zu einem Dragon Age (als prominentes Beispiel), jederzeit zu pausieren um Befehle zu erteilen und um sich einen taktischen Überblick zu verschaffen. Dies ist vor Allem in den fordernderen Kämpfen unbedingt notwendig. Hier kommen wir auch zum Kernstück, die Kämpfe.

Euer Trupp lässt sich aus den unterschiedlichsten Klassen zusammenstellen und vielfältig nutzen. Jede Klasse für sich lässt sich in die unterschiedlichsten Ausrichtungen skillen und es ist ein wahres Paradies für RPG-Virtuosen. In den Kämpfen wollen die einzelnen Mitglieder, gemäß ihrer von euch erdachten Rolle, sinnvoll eingesetzt werden, um effektiv zu sein.
In den Kämpfen kann es einen großen Unterschied machen, wie ihr an die Sache rangeht und ich hatte schon etliche Begegnungen, in denen ich zuerst mehrfach gewiped bin und nach Änderung meiner Taktik, den gesamten Trupp unbeschadet und siegreich aus diesen Kämpfen hervorgehen lassen konnte. Das ist ein Zeichen von einem gut durchdachten und umgesetzten Balancing. Hier werdet ihr nicht enttäuscht werden.

Neben den Kämpfen ist ebenfalls wichtig sich die Umgebung durch „Spähen“ / „Schleichen“ näher zu ergründen, um Fallen, versteckte Türen und Mechanismen zu entdecken. Auch sehr gut umgesetzt: Wenn ihr den gesamten Trupp ausgewählt habt und klickt z.B. auf eine Falle, bewegt sich dasjenige Mitglied zur Falle, um diese zu entschärfen, der den höchsten „Mechanik“-Skill hat. Das erspart euch Gedächtnis-Akrobatik und das Wissen sämtlicher Stats der Truppe.

Weiteres:
Ihr könnt Abenteurer in Tavernen oder eurer EIGENEN FESTUNG!! rekrutieren. Diese sind jedoch etwas „unlebendiger“ im Vergleich zu jenen, denen ihr im Verlauf eurer Abenteuer begegnet. Denn, ihr könnt euch nicht mit diesen unterhalten, was sie in dieser Hinsicht etwas unpersönlicher machen kann, aber der Vielfalt keinen Abbruch tut. Eure Truppenmitglieder können manuell gesteuert werden und über die „KI“ in ihrem Verhalten, außerhalb eurer Kontrolle – ausgerichtet werden, was sehr praktisch ist.

Die eigene Festung! KEIN SPOILER: Nach relativ kurzer Spielzeit erringt ihr eure eigene Festung Caed Nua. Ich bin vor Freude fast von meinem wackligen Drehstuhl gefallen als das aufkam. Die Story innerhalb der Festung ist wie im Rest des Spiels 1a, aber wichtiger ist was man in der Festung tun kann.

Die Festung lässt sich ausbauen, mit Wachtürmen und Ruheräumen und haste-nich-gesehen. Dadurch erlangt ihr Prestige. Je mehr Prestige, umso mehr Besucher und Abenteurer kommen, aber es lockt auch Gesindel an. Die Festung ist recht groß und umfasst auch ein Außenareal. Je nach Ausbaustufe wirkt sich das auch auf das Aussehen der Festung aus und unterhalb der Festung gibt es auch einiges für euch zu tun. Prädikat Deluxe!

So, der Roman hier könnte noch weit länger werden, aber ich denke das Wichtigste ist gesagt. Mein kleines Resümee noch:

Pillars Of Eternity ist für mich eines der besten RPG, die ich in meinen 27 Jahren Games-Erfahrung gespielt habe. Ich habe mich selten so dermaßen in ein Spiel integriert gefühlt und noch seltener fühlten sich Abenteuer tatsächlich nach Abenteuer an. Bisher ist für mich jeder Schritt spannend, jede Entscheidung und jeder Kampf und ich freue mich extrem darauf was mich noch alles im Spiel erwartet. Vergesst Sales, vergesst die Schufa…uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Ihr könnt die bisherigen Lets Plays von mir zu PoE auf meinem Kanal finden und ich streue auch immer wieder Livestreams rein: https://www.youtube.com/playlist?list=PLnIwhBM6W1-kL1nszYTmDdfz4awKAlb75

Bookmark the permalink.

Kommentar verfassen